Liebe Online-Tagebuch-Leser,
ich melde mich wieder aus der Uni-Pause und bin - wenig überrasschend - wieder schwer beschäftigt. Seit Montag nimmt mich die Uni wieder vollständig ein. Ich habe dieses Semester "nur" 2 1/2 Seminare belegt. Das bedeutet konkret, dass ein Seminar aus letztem Semester weiterläuft, aber dann gegen Februar zu Ende ist (deshalb nur halb). Ansonsten belege ich ein Methodenseminar und einen persönlichen Kurs mit einem Dozenten. Dieser "persönliche Kurs" nennt sich "directed reading" was auf Deutsch ungefähr "Angeleitete Lektüre" bedeutet. In diesem Kurs lese ich bestimmte Bücher und Artikel auf die Empfehlung meines Professors und diskutiere die Ergebnisse dann mit ihm. Am Ende des Semesters muss ich dann die Inhalte der Lektüre in einer kurzen Hausarbeit verarbeiten. Der Vorteil dieser Veranstaltungsart liegt im 1:1 Verhältnis zwischen Student und Professor. Obwohl ich erst unsicher war, ob ich das wirklich machen will, haben mir andere Studenten versichert, dass Directed Reading hier sehr verbreitet ist und keinesfalls eine Ausnahme darstellt.
Das klingt jetzt alles nicht nach Alarm. Aufregendes ist in den letzten zwei Wochen nur zweimal passiert. In Montreal ist es üblich, dass man mit einer Chipkarte den Bus oder die Ubahn benutzt. Einmal im Monat wird dort Geld aufgeladen und dann kann man die Karte als Fahrkarte überall benutzen. Doch anders als in anderen Großstädten gibt es keine weiteren Fahrkahrten-Kontrolleure und auch die Drehkreuze sind nicht mit hohen Zäunen wie in London oder Paris abgeschirmt. Kurzum: es ist ziemlich leicht, schwarz zu fahren. Vorgestern war ich unterwegs ins Ausgeh-Viertel Plateau und wurde von einem Polizei-Komitee am Ubahn-Ausgang empfangen. Jeder Passagier musste seine Chipkarte vorzeigen, um aus der Station zu gelangen. Die Karten wurden dann mit einem Gerät gelesen und auf ihre Aktualität überprüft. Insgesant sah das Ganze ziemlich professionell aus, und ich muss zugeben, dass ich etwas eingeschüchert war. Ob allerdings diese Methode effektiv Menschen vom Schwarzfahren abhält, bezweifele ich. Ich kann mir eher vorstellen, dass die BVG-Kontrolleure in Berlin mehr Abtrünnige einfangen als diese Stichprobenkontrolle an einem Freitag Abend.
Ein anderer - und wesentlich schlimmerer Alarm ereignete sich heute Morgen. Was passiert ist hätte fast in einen Drehbuch stehen können. Es stehen folgende Akteure auf der Bühe (Wohnzimmer): Simone (werkelt am neuen Fernseher), Hanni (überlegt was man noch werkeln könnte, will in ihr Zimmer) und die Maus (überlegt vermutlich, wie sie unsere Vorräte noch effektiver aufbrauchen kann. Oder überlegt garnichts). Ich: sehe die Maus im Augenwinkel und halte sie für eine optische Täuschung. Maus: dreht um und kommt zurück. Ich: Aaah, Maus! Simone: Was? Maus? Aaah! Ich: hinter der Maus her. Maus: verschindet hinter dem Sofa. Ich: Schiebe Sofa weg, brülle Maus an. Simone: Ich hole was, um der Maus zu Leibe zu rücken! Ich: Habe schon die Stehlampe! Maus: verschindet wieder Simone: kommt mit einem kleinen Topf aus der Küche. Maus: läuft auf Simone zu. Simone: Schnappt die Maus mit dem Topf. Maus: gefangen Simone: Ich hab sie nicht gefangen, ich habe sie umgebracht! Ich: Hurra! Simone: Hurra! ~ The End.
Soviel zum Thema. Corpus Delicti liegt noch im Wohnzimmer, als Beweis für unsere Vermieterin. Jetzt ist konzentrierte Aktion gefragt. Aber Simone und ich sind uns sicher: wir sind mindestens genauso gefährlich für die Maus wie die Maus für uns. Ha!
ich melde mich wieder aus der Uni-Pause und bin - wenig überrasschend - wieder schwer beschäftigt. Seit Montag nimmt mich die Uni wieder vollständig ein. Ich habe dieses Semester "nur" 2 1/2 Seminare belegt. Das bedeutet konkret, dass ein Seminar aus letztem Semester weiterläuft, aber dann gegen Februar zu Ende ist (deshalb nur halb). Ansonsten belege ich ein Methodenseminar und einen persönlichen Kurs mit einem Dozenten. Dieser "persönliche Kurs" nennt sich "directed reading" was auf Deutsch ungefähr "Angeleitete Lektüre" bedeutet. In diesem Kurs lese ich bestimmte Bücher und Artikel auf die Empfehlung meines Professors und diskutiere die Ergebnisse dann mit ihm. Am Ende des Semesters muss ich dann die Inhalte der Lektüre in einer kurzen Hausarbeit verarbeiten. Der Vorteil dieser Veranstaltungsart liegt im 1:1 Verhältnis zwischen Student und Professor. Obwohl ich erst unsicher war, ob ich das wirklich machen will, haben mir andere Studenten versichert, dass Directed Reading hier sehr verbreitet ist und keinesfalls eine Ausnahme darstellt.
Das klingt jetzt alles nicht nach Alarm. Aufregendes ist in den letzten zwei Wochen nur zweimal passiert. In Montreal ist es üblich, dass man mit einer Chipkarte den Bus oder die Ubahn benutzt. Einmal im Monat wird dort Geld aufgeladen und dann kann man die Karte als Fahrkarte überall benutzen. Doch anders als in anderen Großstädten gibt es keine weiteren Fahrkahrten-Kontrolleure und auch die Drehkreuze sind nicht mit hohen Zäunen wie in London oder Paris abgeschirmt. Kurzum: es ist ziemlich leicht, schwarz zu fahren. Vorgestern war ich unterwegs ins Ausgeh-Viertel Plateau und wurde von einem Polizei-Komitee am Ubahn-Ausgang empfangen. Jeder Passagier musste seine Chipkarte vorzeigen, um aus der Station zu gelangen. Die Karten wurden dann mit einem Gerät gelesen und auf ihre Aktualität überprüft. Insgesant sah das Ganze ziemlich professionell aus, und ich muss zugeben, dass ich etwas eingeschüchert war. Ob allerdings diese Methode effektiv Menschen vom Schwarzfahren abhält, bezweifele ich. Ich kann mir eher vorstellen, dass die BVG-Kontrolleure in Berlin mehr Abtrünnige einfangen als diese Stichprobenkontrolle an einem Freitag Abend.
Ein anderer - und wesentlich schlimmerer Alarm ereignete sich heute Morgen. Was passiert ist hätte fast in einen Drehbuch stehen können. Es stehen folgende Akteure auf der Bühe (Wohnzimmer): Simone (werkelt am neuen Fernseher), Hanni (überlegt was man noch werkeln könnte, will in ihr Zimmer) und die Maus (überlegt vermutlich, wie sie unsere Vorräte noch effektiver aufbrauchen kann. Oder überlegt garnichts). Ich: sehe die Maus im Augenwinkel und halte sie für eine optische Täuschung. Maus: dreht um und kommt zurück. Ich: Aaah, Maus! Simone: Was? Maus? Aaah! Ich: hinter der Maus her. Maus: verschindet hinter dem Sofa. Ich: Schiebe Sofa weg, brülle Maus an. Simone: Ich hole was, um der Maus zu Leibe zu rücken! Ich: Habe schon die Stehlampe! Maus: verschindet wieder Simone: kommt mit einem kleinen Topf aus der Küche. Maus: läuft auf Simone zu. Simone: Schnappt die Maus mit dem Topf. Maus: gefangen Simone: Ich hab sie nicht gefangen, ich habe sie umgebracht! Ich: Hurra! Simone: Hurra! ~ The End.
Soviel zum Thema. Corpus Delicti liegt noch im Wohnzimmer, als Beweis für unsere Vermieterin. Jetzt ist konzentrierte Aktion gefragt. Aber Simone und ich sind uns sicher: wir sind mindestens genauso gefährlich für die Maus wie die Maus für uns. Ha!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen