Montag, 27. Dezember 2010

Weihnachten Abroad


Liebe Online-Tagebuch-Leser,

hier das update für mein Weihnachten. In meiner Weihnachtspost wurde ich gefragt, ob ich denn auch einen Weihnachtsbaum hätte (oder zumindest einen kleinen) und ob ich überhaupt Weihnachten feiere usw. Es klang, als ob in der Heimat der Eindruck entstanden wäre, ich würde kein richtiges Weihnachten feiern. Aber das ist nur halb richtig: Ja, ich habe kein "richtiges" Weihnachten gefeiert. Aber das Weihnachten, was ich gefeiert habe, war auch nicht viel schlechter als sonst. Und schon deshalb besteht auch kein Anlass zur Sorge, ich sei diese Weihnachten nicht auf meine Kosten gekommen.
Wo fange ich an? Zu Weihnachten gehört für mich am Weihnachtsgottesdienst teilzunehmen. Aber leider hatte die Kirche bei mir um die Ecke kein Schild mit Gottesdienstzeiten und war verschlossen. Deshalb ist Gottesdienst dieses Weihnachten ausgefallen, was zwar schade war, aber sich nicht ändern ließ. Natürlich haben wir einen Weihnachtsbaum, und zwar einen größern als der meiner Eltern. Den Heiligen Abend habe ich mit meinen Mitbewohnerinnen und meiner holländischen Freundin Caroline damit verbracht, gemeinsam heiße Schokolade zu trinken und Filme zu schauen. Nach diesem ziemlich entspannten Tag wurde dann am ersten Weihnachtsfeiertag gemäß des nordamerikanischen Brauchs beschert. Und zwar wie! Ich muss sagen, ich habe noch nie so viele einzelne Geschenke bekommen! Und ich bin wirklich begeistert, dass meine Freunde (Heli, Wonni und Laetitia ich liebe euch!) aus Freiburg an mich gedacht und mir ein Paket geschnürt haben. Darin befand sich sehr nützliche Weihnachtsbaum-Deko, leckerste Leckereien und famoses Glühweingewürz. Außerdem wurde ich auch von meiner Mitbewohnerin mit warmen Socken (das ist hier wirklich nützlich) und besonderen Ohrringen beschenkt. An alle Freiburger: diese Ohrringe sollten euch an etwas erinnern....Genau! WTF is Heimat. Das Cou Cou ist aber peinlich gegen diese extrem coolen Ohrringe. So werde ich wirklich zum Blackforestmaedl. Das nur als kleine Randnotiz, denn auch die anderen Geschenke waren sehr ebenfalls sehr cool und ich bin immernoch beeindruckt von all den lieben Worten, Leckereien und netten Kleinigkeiten, die mein Leben hier versüßen!
Nach der amerikanischen Bescherung am ersten Weihnachtsfeiertag kamen dann eine Menge Freunde meiner Mitbewohnerinnen vorbei (meine Freunde sind fast alle im Urlaub) und gemeinsam haben wir ein sogenanntes "Pot Luck" veranstaltet. Dabei bringt jeder etwas zu Essen mit - eine Art Buffet - und gemeinsam wird dann gegessen. Das hat sehr gut funktioniert und noch besser geschmeckt - wir hatten brasilianischen Dessert, Suppe mit Eierflädle, Kartoffelgratain und Honigschinken. Ihr seht also, mein Weihnachten war nicht von schlechten Eltern. Diese Festtage waren übrigens die ersten, die sich in eine richtige Party verwandelten. Und so hatten wir nicht nur Entspannung sondern auch Halligalli. War aber nett. Gestern stand dann Trümmerbeseitigung an, aber jetzt ist alles wieder wie zuvor und Silvester kann kommen. Es grüßt euch alle ganz herzlich, eure Hanni

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