Sonntag, 12. Dezember 2010

New York, New York !



Liebe Online-Tagebuch-Leser,

nach dem Ende des Uni-Endspurtes melde ich mich wieder zurück. Seit dem ich das letzte Mal geschrieben habe, ist viel passiert: ich habe meine letzen Papers geschrieben, die letzten Referate benotet und auch Hausarbeiten korregiert. Deshalb war keine Zeit zum Schreiben da - die Arbeit ging vor. Montag Abend war dann "Schicht im Schacht": nachdem ich Nachmittags die Papers eingereicht habe, bin ich gemeinsam mit ein paar Freunden nach New York gefahren. Einen besseren Zeitpunkt hätten wir uns nicht aussuchen können, denn Montag hat es in Montreal zum ersten Mal richtig angefangen zu schneien. Jetzt liegt hier an vielen Stellen bis zu einem halben Meter und wenn das so weitergeht, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich eingeschneit bin.
In New York meinte es der Wettergott gut mit uns - bitterkalt, aber Sonne statt Schnee! Die Stadt hat unglaublich viel zu bieten, so viel stand schon zu Beginn fest. Unser Programm ging ziemlich in die Beine: einmal von der Südküste Manhattans bis zum Central Park - im Großen und Ganzen knappe 10 Kilometer mit Stops an den üblichen Sightseeing Attractions wie Ground Zero, Wall Street, Ausblick auf die Freiheitsstatue und Ellis Island. Zum Abschluss dieses langen Tages haben wir dann bei Sonnenuntergang auf Manhattan vom Rockefeller Center herabgeschaut und unglaubliche Fotos gemacht. Aber der Übernacht-Bus und der anstregende Tag taten ihr übriges - wir waren alle extrem müde.
Die nächsten Tage haben wir mal gemeinsam, mal getrennt verbracht. Ich habe mit Frans und Alice im Guggenheim Museum eine wirklich tolle Ausstellung von französischer, deutscher und italienscher Zwischenkriegskunst besucht. Die nächsten Tage waren gefüllt mit Shoppen und Sightseeing - irgendwie so, wie man sich das vorstellt, wenn man von einem Besuch im New York der Vorweihnachtszeit hört. Auf dem Programm stand unter anderem: das UN Hauptgebäude (in bemerkenswert schlechtem Zustand), Greenwich Village, Chelsea und Soho. Shopping-Technisch ist New York definitiv eine große Nummer, leider sind es die Preise auch. Es ist war immer angebracht, nach günstigen Alternativen zu schauen, da leider häufig Touristenfallen an jeder Ecke lauern.
Außerdem hatten wir ein großartiges Abendessen in Little Italy, wo jedes Restaurant mit eigenem "Ausrufer" versucht, Gäste anzulocken. Wir haben zudem geschafft, wovon viele amerikanische Jugendliche nur träumen: wir wurden in eine Bar gelassen, obwohl nicht alle volljährig (21) waren. Mein Ausweis reichte zum amerikanischen Biertrinken zwischen Einheimischen und Lokalen im netten "Blind Tiger" in Greenwich Village. Die bittere Kälte veranlasste mich dazu, mir einen Mega-Schal zuzulegen, der mich warm gehalten hat. Vor allem beim Schlittschuhlaufen auf dem Eis im Central Park hat er sich bewährt, obwohl die Sonne die Kälte ein wenig abgemildert hatte.
Meine Ich-finde-an-jeder-Ecke-Cent-Stücke-Serie ging in eine nächste Runde und zwar in einem Maße, das nicht mehr feierlich war. Ich habe vermutlich um die 10 Cent gefunden und mich bei jedem Cent gefragt, warum den wohl niemand anderes aufgehoben hat. Besonders gut gefallen hat mir die Gestaltung einiger Ubahn-Stationen. Hier wurden kleinere und größere Mosaike in die ansonsten weiß gekachelten Wände integriert. In der Station der 66th Straße waren die Illustrationen im Jugendstil gehalten, was mich ein wenig an Gustav Klimt erinnert hat.
Wir hatten eine gute Zeit - nun muss ich mich ein wenig ausruhen, nachdem ich die letzten Tage so viel gesehen habe und vor allem gelaufen bin. Alles zu beschreiben, was ich gesehen und erlebt habe, würde hier den Rahmen sprengen. Deshalb empfehle ich: Fotos gucken und mit mir skypen. Dann gibts ein detailreiches New York Update 2.0. Bis dahin lautet mein Fazit: diese Stadt ist unglaublich groß, unglaublich interessant und unglaublich hektisch! Und ich muss wieder hinfahren. Hoffentlich bald. Bis dahin bleibe ich Montreal, was nach diesem Kurztrip in die wohl internationalste Stadt der Welt leider ein bisschen blass aussieht.
Aber - ich mag dich trotzdem, Montreal!
Bis bald, eure Hanni

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