Donnerstag, 28. Oktober 2010

Ein Rundumschlag der letzten Wochen oder wie mein Portmonnaie starb und wiederauferstand


Liebe Online-Tagebuch-Leser,

lange habe ich mich nicht bei euch gemeldet. Das lag vor allem daran, dass ich unglaublich beschäftigt mit der Uni war. Mehrere Referate, längere Essays und kleinere Papers haben mich zu Hause festgenagelt. Deshalb hatte ich weder die Zeit, etwas Nettes draußen zu unternehmen, noch euch davon zu berichten. Dieser unselige Zustand hat sich letztes Wochenende gravierend geändert, denn ich war von Donnerstag morgen bis Montag morgen in Boston und im Acadia National Park / Maine.
Wo soll ich anfangen? Nach der anstrengenden Übernachtbusreise mit dem Greyhound nach Boston habe ich mit Scott erstmal Dowtown Boston unter die Lupe genommen. Bostons Downtown ist nicht anders als andere amerikanische Großstädte, mit einem wichtigen Detail: dem Freedom Trail. Ähnlich wie in Berlin entlang der ehemaligen Mauerlinie sind hier im Boden rote Steine eingelassen, die den unkundingen Touristen zu den wichtigsten Stätten der amerikanischen Revolution führen. Und nebenbei vorbei an den verschiedensten Souvenierläden, Restaurants usw. Wenig spektakulär. Wirklich cool war aber das Viertel abseits des Trails und der Touristen, was ziemlich nach Little Italy aussah. Unglaublich tolle Essensläden, Restaurants und kleine Geschäfte in einem brickstone Ambiente haben uns wesentlich besser gefallen. Nachdem Mittags starker Regen eingesetzt hatte, sind wir dann schnell Richtung Maine abgehauen.
Dort haben wir Lisa getroffen, die im Acadia National Park ein Praktikum absolviert. Sie hat uns gastlich in ihr Ranger-Haus aufgenommen und bewirtet. Die 5-Stunden Fahrt in den "Lobster-State" war unspektakulär, aber in Regen und Dunkelheit ziemlich gruselig. Umso toller war dann der nächste Tag, als wir im strahlenden Sonnenschein den Indian Summer at its best geniessen konnten. Lobster, bei uns Hummer, ist in Maine eine Spezialität, die es überall zu Essen gibt. Also beschlossen wir, gemeinsam ein noch geöffnetes Lobster-Restaurant zu suchen. Doch dann: mein Portmonnaie war verschwunden! Als Scott und ich am Abend zuvor Lisa am Park-Parkplatz eingesammelt hatten, ist es aus dem Auto gefallen. Und niemand hatte es bemerkt, weil es zappenduster war und in Strömen regnete. Als ich dann im Visitor Center mein German Wallet wieder entgegennehmen konnte, war ich ziemlch erleichtert. Und musste es dann ziemlich intensiv fönen, weil es total nass war. Jetzt riecht es nach Meer, aber hauptsache ich habe es wieder.
Abends sind wir dann erfolgreich "Lobster Roll" essen gegangen. Im "thristy Wale" gabe es dieses typisch einheimische Gericht, das ganz im amerikanischer Manier im Hotdogbrötchen serviert wurde. Auf dem Foto sieht man mich - und etwas kleiner - die Lobster Roll. Ansonsten haben wir uns den Nationalpark angeschaut und sind Samstag zurück nach Boston gefahren. Auf dem Weg haben wir dutzende Geschäfte für Antiques und gebrauchte Bücher gesehen - etwas merkwürdig, weil das neben Motels die einzige Einnahmequelle der Einheimischen zu sein schien.
Zurück in Boston haben wir dann Harvard erkundet und uns mit Greg getroffen, der dort Physik studiert. Harvard war erstaunlich unprätentiös, kaum Leute mit Pullis und Uniaufschrift und so. Dafür jede Menge Sicherheitsvorkehrungen und Hilfe-Säulen bei denen man in Gefahrensituationen klingeln kann, und innerhalb von 2 Minuten Hilfe zur Stelle sein soll. Cambridge, der Ort in dem Harvard liegt, ist sehr studentisch und wirklich nett. Von der Größe in etwa wie Freiburg, es lässt sich gut aushalten dort. Doch nach meinem Trip kam wieder die Arbeit und ich bin wieder ganz damit beschäftigt, mich meinen Papers zu widmen. Bald wieder mehr von mir, und ein Bericht über internationales Halloween-Feiern in Montreal. Bis bald, eure Hanni

PS. Hier findet ihr Fotos vom Nationalpark und Boston...










happy halloween, folks!

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